Leiharbeit, Zeitarbeit oder Arbeitnehmerüberlassung?
Zur besseren Lesbarkeit haben wir auf die weibliche Form im Text verzichtet.
Was ist „Leiharbeit“?
In diesem Beitrag wollen wir mit einigen Mythen zur „Leiharbeit“ aufräumen und zeigen, warum der Begriff Zeitarbeit die bessere Wahl ist.
1. Mythos: „Leiharbeit“ ist kein „richtiges Arbeitsverhältnis“
Das ist falsch, Zeitarbeiter sind bei ihrem Zeitarbeitsunternehmen fest angestellt. Zeitarbeit bedeutet, dass ein Arbeitnehmer, der bei einem Zeitarbeitsunternehmen unbefristet angestellt ist, für eine befristete Zeit für ein anderes Unternehmen arbeitet, an das er durch das Zeitarbeitsunternehmen vermittelt wurde. Umgangssprachlich kommt die Formulierung, der Arbeitnehmer wurde „verliehen“ manchmal noch vor. Um zu verstehen, warum man die Formulierung „Leiharbeit“ lieber nicht verwenden sollte, werfen wir einen Blick auf die Begriffsentstehung.
Der Begriff „Leiharbeit“ stammt aus einer Zeit, in der Zeitarbeit vor allem zum Abbau von Arbeitslosigkeit genutzt wurde. Diese Entwicklung war während der Umsetzung der Hartz-Gesetze zu beobachten, also bevor es einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn gab. Trotz des sinnvollen Ziels wurde Zeitarbeit in dieser Zeit mit dem Niedriglohnsegment in Verbindung gebracht und geriet in Verruf. Zeitarbeit, so die damalige Argumentation, führe zu Lohndumping und die Beschäftigten seien unterbezahlt.
2. Mythos: „Leiharbeit“ wird schlecht bezahlt
Diese Annahme ist falsch, denn Zeitarbeitnehmer sind dem fest angestellten Personal in einem Betrieb nach 9-monatiger Beschäftigung gleichgestellt. Bei kürzeren Beschäftigungszeiträumen orientiert sich das Gehalt an den jeweiligen Tarifverträgen und es gilt natürlich der Mindestlohn. Zuschläge für Nachtarbeit sowie Sonn- und Feiertagszuschläge gelten auch für Zeitarbeiter. Da Zeitarbeiter zwischen ihren Aufträgen bei einer Arbeitnehmerüberlassung fest angestellt sind, haben sie natürlich auch dann ein festes Einkommen. Bei Knoop Personal-Service gelten für alle Beschäftigten spezielle Entgeltgruppen.
Wer also den Begriff „Leiharbeit“ benutzt, verkennt, dass Beschäftigte in Zeitarbeit die gleiche Rechte haben, wie festangestellte Beschäftigte mit der gleichen Qualifikation. Die Bedingungen für Beschäftigte in Zeitarbeit wurden über die Jahre fortwährend verbessert und sind gesetzlich geschützt.
3. Mythos: „Leiharbeiter“ sind schlechtere Arbeitskräfte als Festangestellte
Aus verschiedenen Gründen stimmt diese Aussage nicht. Zeitarbeiter zeigen ein hohes Maß an Flexibilität, sie arbeiten sich in verschiedenen Betrieben schnell in die vorherrschenden Strukturen ein und sorgen dadurch für Entlastung der Stammbelegschaft. Betriebe sind gemäß Arbeitnehmerüberlasungsgesetz dazu verpflichtet, Zeitarbeiter gleichberechtigt zu behandeln.
Ein zuverlässiger Personaldienstleister wie Knoop Personal-Service unterstützt seine Mitarbeiter außerdem zwischen deren Aufträgen beim Erwerb weiterer Qualifikationen. Außerdem kann es sich bei Zeitarbeitern auch um gut ausgebildete Fachkräfte handeln, durch deren gezielten Einsatz Mängel an Spezialisten im Arbeitsmarkt aufgewogen werden können. Ein weiterer Punkt, der in dieser Formulierung nicht berücksichtigt wird, ist, dass Zeitarbeit Menschen mit geringen Qualifikationen eine niedrigschwellige Möglichkeit bietet, am Arbeitsmarkt teilzunehmen.
4. Mythos: „Leiharbeit“ sieht schlecht im Lebenslauf aus
Falsch, schon auf Grund der Anforderungen an Zeitarbeiter, also Flexibilität und Lösungsorientierung, zeigt die Beschäftigung in Zeitarbeit Arbeitgebern, dass eine Person engagiert ist und Leistungswillen hat.
Ist „Leiharbeit“ schlecht?
Die Frage, ob „Leiharbeit“ schlecht ist, kann abschließend mit „nein“ beantwortet werden. Der Begriff jedoch hat eine negative Konnotation, die auf Arbeitsmarktverhältnisse in der Vergangenheit zurückgeht. Zeitarbeit ist eine Beschäftigungsform, die sich, wie viele Anstellungsverhältnisse in den letzten Jahren, zu Gunsten der Arbeitnehmer verbessert hat, sodass man mittlerweile von einem Arbeitnehmermarkt spricht. Wie in jedem Arbeitsverhältnis sollte man genau betrachten, ob die Rahmenbedingungen zu den persönlichen Fähigkeiten und Vorstellungen passen.
Zeitarbeit hat wie jedes Beschäftigungsverhältnis Vor- und Nachteile. Für Unternehmen ist sie ein flexibles Instrument, das hilft, wirtschaftliche Schwankungen auszugleichen. Für Arbeitnehmer kann sie eine wertvolle Einstiegsmöglichkeit darstellen, fordert aber auch Flexibilität. Entscheidend ist, dass alle Beteiligten transparent über Bedingungen, Rechte und Pflichten informiert sind, um eine faire und erfolgreiche Zusammenarbeit zu ermöglichen.
Knoop Personal-Sevice steht für professionelle Arbeitnehmerüberlassung und grenzt sich damit von der negativen Konnotation des Begriffs „Leiharbeit“ ab.
Quellen: Indeed, Destatis, ver.di
www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Verdienste/Mindestloehne/_inhalt.html
